Tuberkulose, umgangssprachlich auch als Schwindsucht bekannt, ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die vor allem die Lunge betrifft, aber auch andere Organe wie die Nieren, die Wirbelsäule und das Gehirn befallen kann. Während Tuberkulose in den meisten Industrieländern, einschließlich Deutschland, deutlich seltener geworden ist, treten dennoch weiterhin Fälle auf. Zudem gibt es Risikogruppen, wie Menschen mit geschwächtem Immunsystem, die anfälliger für die Erkrankung sind. Aus diesen Gründen bleibt Tuberkulose ein relevantes Thema in der (deutschen) Pneumologie, und ist auch Bestandteil unseres Behandlungsspektrums.
Die Übertragung der Tuberkulose erfolgt über Tröpfcheninfektion, beispielsweise beim Husten oder Niesen, von Mensch zu Mensch. Nicht jeder Kontakt führt jedoch zu einer aktiven Erkrankung; das Immunsystem kann die Bakterien oft in Schach halten. Entwickelt sich jedoch eine aktive Tuberkulose, treten Symptome wie anhaltender Husten, Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsverlust auf. In solchen Fällen kann die Erkrankung unbehandelt schwerwiegende Folgen haben.
Um eine Tuberkulose-Infektion sicher zu diagnostizieren, werden verschiedene Verfahren eingesetzt. Zunächst erfolgt eine ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung, um typische Symptome zu erkennen. Häufig wird ein Hauttest, der sogenannte Tuberkulin-Hauttest, verwendet, um eine Immunreaktion auf die TB-Bakterien festzustellen. Ergänzend dazu kann ein Bluttest zur Identifikation der TB-Bakterien durchgeführt werden. Bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen der Lunge sind ebenfalls gängig, um mögliche Veränderungen im Lungengewebe zu erkennen. Zur abschließenden Diagnose erfolgt oft eine Sputumuntersuchung (Untersuchung des Auswurfs), bei der die Bakterien direkt nachgewiesen werden.
Tuberkulose ist gut behandelbar, erfordert jedoch eine mehrmonatige Therapie mit speziellen Antibiotika, um die Bakterien vollständig zu beseitigen und eine Resistenzentwicklung zu vermeiden. Die Standardtherapie dauert in der Regel sechs Monate und umfasst eine Kombination verschiedener Antibiotika. In den ersten zwei Monaten wird die intensive Phase der Behandlung durchgeführt, gefolgt von einer weiteren viermonatigen Phase zur Stabilisierung. In manchen Fällen, etwa bei multiresistenter Tuberkulose, sind zusätzliche Medikamente und eine längere Behandlungsdauer erforderlich.
Die konsequente Einnahme der Medikamente ist entscheidend, um die Erkrankung vollständig zu heilen und Rückfälle zu verhindern. Bei frühzeitiger Diagnose und konsequenter Behandlung kann aber Tuberkulose erfolgreich behandelt und geheilt werden.